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Architekturgeschichte und Theorie der Moderne | Weiterbildungsangebot der ArchitekturWerkstatt

Ab dem Herbstsemester 2019/2020 können Interessierte das Weiterbildungsangebot in Architekturgeschichte und Theorie nutzen.
Unter dem Motto «Wie das Neue in die Welt kommt» haben die verantwortlichen Dozierenden, Claudia Kromrei, Katrin Albrecht und Lukas Zurfluh, eine Vorlesungsreihe konzipiert, in der sie beleuchten, wie Neuerungen in einer spezifischen Epoche – von Mitte des 19. bis Ende des 20. Jahrhunderts – vorbereitet werden und wie sie zum Durchbruch gelangen. Der Lehrgang ist um zwei einschneidende Jahre aufgebaut: 1918, das Jahr, das die Moderne im engeren Sinn einleitete und das Jahr 1968, das einen gesellschaftlichen Wendepunkt darstellt, der sich auch in der Architektur und im Städtebau abzeichnet.

Präsentation der Semesterarbeiten Frühjahr 19 mit Erika Fries, Tibor Joanelly, Andrea Pedrazzini

Im zweiten Semester steht unter dem Überbegriff «Fügen», das Zusammenspiel von Architektur- und Tragwerksentwurf im Fokus. Die Studierenden sind aufgefordert, an einem fiktiven Bauplatz an der Bahnlinie in St.Gallen eine multifunktionale Struktur zu entwickeln, bei der das Tragwerk raumbildend wird.

Das vierte Semester rundet das mittlere Studienjahr der klassischen Gebäudelehre ab, mit dem Entwurf für ein öffentliches Gebäude. Im Frühjahrssemester 2019 haben wir für Flawil ein neues Kreisgericht entworfen und dafür 3 Standorte vergleichend, digital und analog entwickelt. Die Studierenden waren aufgefordert, sich mit den spezifischen Anforderungen der Bauaufgabe auseinanderzusetzen, die auch Antworten auf übergeordnete Fragen, wie etwa der Bedeutung eines Gerichtsgebäudes in Zeiten wachsender Angst vor fremdem Recht, Amtsmissbrauch und Fakenews, umfassen musste.

Gastkritiker sind die Architektin Erika Fries, Partnerin bei huggenbergerfries Architekten, Zürich, der Architekt, Dozent und Redaktor von werk, bauen + wohnen Tibor Joanelly und der Ingenieur Andrea Pedrazzini, Partner im Ingenieurbüro Pedrazzini Guidotti in Lugano.

mi 12.06.2019
do 13.06.2019
jeweils ab 9:00
fhs | hauptpost st.gallen
st.leonhard-str. 40, 2.og

Balkone, Hofgärten, Laternen, Vogelnester und eine Hundedusche | Vortrag Kaschka Knapkiewicz | 22.05.2019

Die Zürcher Architektin Kaschka Knapkiewicz arbeitet seit 1992 gemeinsam mit Axel Fickert in einer Büropartnerschaft. Es sind vor allem die Wohnbauentwürfe der beiden, die durch ihre Vielschichtigkeit und die überzeugenden räumlichen Lösungen abseits der heute üblichen Standards nicht nur die Bewohner begeistern, sondern auch viele junge Architekten beeinflusst haben. Der Titel des Vortrags mag einen ersten Hinweis geben: Die Arbeiten sind geprägt von einer intensiven Auseinandersetzung mit dem jeweiligen (städtischen) Raum, dem spezifischen Ort, an dem die Bauten zu stehen kommen. Für Kaschka Knapkiewicz ist es wesentlich, lebenswerte Räume zu gestalten, dabei spielt die Massstäblichkeit der Bauten eine entscheidende Rolle.

Veranstaltungsort
ArchitekturWerkstatt FHS St.Gallen
Hauptpost St.Gallen, 2. OG
Zugang über die St.Leonhard-Str. 40

Vortrag von Roger Boltshauser vom 8. Mai

Potenziale ausloten, die abseits gängiger Standards erlauben, Ressourcen schonend und zukunftsweisend zu Bauen und gleichzeitig dazu auffordern, nach einem eigenen Ausdruck in der Architektur zu suchen, eben weil Systeme neu gedacht, Strukturen definiert werden müssen, darüber sprach der Zürcher Architekt Roger Boltshauser in seinem Vortrag an der ArchitekturWerkstatt. Er nennt dies «Arbeiten an der Sprache der Architektur».

 

Stadt und Territorium | die ArchitekturWerkstatt unterwegs zwischen Florenz und Pescia

Eine Gruppe Studierende der ArchitekturWerkstatt führte die Reise in die Stadt Florenz und ihr Umland, um sich auf den Spuren Brunelleschis, Sangallos, Michelangelos und Ammannatis Werken aus der Früh- bis Spätrenaissance zu widmen. Nachdem wir uns drei Tage mit der Struktur der Stadt, den Palästen der Medici (Rucellai, StrozziGondi und Pitti) sowie Klöstern und Kirchen des 14. bis 16. Jahrhunderts beschäftigt hatten, zogen wir ins Florentiner Umland, in die Städte Prato, Pistoia und Montecatini Terme und zu den Villen und Gärten der Medici.

Zum Schluss besuchten wir die Kleinstadt Pescia, die «Castella» der Svizzera Pesciatina, und wurden von den Architekten Hans Kollhoff und Helga Timmermann herzlich in der Villa Cafaggio empfangen. Hans Kollhoff, der uns während der Woche wiederholt begleitet hatte, zeigte uns seine zweite Heimat, machte uns mit der toskanischen Tradition des Bauens in der Stadt und auf dem Land vertraut und wies dabei immer wieder auf die wichtige Beziehung von Architektur und Topografie hin.

Katrin Albrecht und Lukas Zurfluh

Credits: Lukas Zurfluh